Vision – Wunder – Glaubenserfahrung
Werke von Hildegard von Bingen, Herrad von Landsberg, Notker Balbulus u.a.
„Das Wunder ist nicht ein Widerspruch zu den Naturgesetzen, sondern ein Widerspruch zu dem, was wir von diesen Gesetzen wissen.“ Aurelius Augustinus
Prophetische Visionen, unerwartete Heilung, Rettung vor dem nahenden Tod, Geschöpfe einer anderen Welt und außergewöhnliche Naturerscheinungen – Berichte von wundersamen Ereignissen sind zahlreich in mittelalterlichen Handschriften anzutreffen. Oftmals ist die Musik in den Legenden selbst der Auslöser eines Wunders. So konnte der gregorianische Choral über den liturgischen Rahmen eines Gottesdienstes hinaus Heilung und Visionen hervorrufen.
Ausgehend von einem der bedeutendsten Bücher mittelalterlicher Wundererzählungen, dem „Dialogus magnus visionum ac miraculorum“ des Zisterziensermönch Caesarius von Heisterbach (um 1180 - nach 1240) begibt sich das Ensemble La Mouvance auf Spurensuche der Vorstellungswelt des beginnenden 13. Jahrhunderts. Das in Form eines Dialogs zwischen einem Mönch und einem Novizen verfasste Buch greift mündliche Überlieferungen und bekannte zeitgenössische Erzählmotive auf und gliedert diese in Themenbereiche wie die Versuchung, Dämonen, die Jungfrau Maria,Visionen, die Sterbenden und den Lohn der Toten.
La Mouvance läßt sich von ausgewählten Kapiteln des Dialogus miraculorum inspirieren und illustriert diese musikalisch mit Kompositionen von Hildegard von Bingen, Herrad von Landsberg u.a.